Fernweh

Indien und Himalaya
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Rhanthambore National Park – unglaublich

November 07, 2009 Von: djmuh Kategorie: Allgemein, Staedte

Von Bundi aus besuchte ich auch den Ranthambore National Park nahe der Stadt Sawei Madhpur, in dem man gute Chancern haben soll, bengalische Tiger in freier Wildbahn zu beobachten. Fay und die beiden Englaender koennen sich zu diesem Vorhaben nicht begeistern und fahren direkt nach Jaipur, um dort auf mich zu warten. Ich hatte eine Safari am Nachmittag meiner Ankunft, den ganzen naechsten Tag und notfalls – falls bis dato immer noch keinen Tiger gesehen – noch den Morgen des dritten Tages, des Tages meiner Abreise geplant. Direkt bei meiner Ankunft traf ich zwei Spanier, mit denen ich das Projekt „Tiger“ in Angriff nahm. Wir suchten uns ein Hotel – das billigste mit annehmbarer Ausstattung und begannen direktohne Lunch zum Booking Office zu fahren, reserviert im Internet hatte ich – natuerlich – nicht. Zur Auswahl steht in Jeep („gypsi“) fuer Fahrer, Guide und sechs Touristen oder ein Truck („cantor“) fuer Fahrer, Guide und 20 Touristen.

Natuerlich waren die gypsis bereits ausgebucht, weshalb der erste Ausflug in einem cantor fuer happige 530 INR begann. Da man direkt am Office in die Fahrzeuge steigen kann, war die Fahrt zum ca. 10 km Ranthambore National Tiger Reservate inbegriffen, fuer die ein Taxi im ersten Anlauf laecherliche 200 INR verlangt, um den ohne Eintrittspreis frei zugaenglichen Tempel zu sehen.

Am riesigen Eingangsportal gab es dann die erste Ueberraschung, das erste Unverstaendniss, den ersten Unglauben, die erste Diskussion und das erste „pissed of“. Videocamera 200 INR extra. Da mein Camcorder nun offensichtlich in der Lage ist, Videos zu drehen, mussten wohl 200 INR bezahlt werden. Nachdem ich erklaert hatte, ich wuerde nur Fotos schiessen und man koennte das nachher gerne kontrollieren, kostete es nur noch 200 INR. Also trotz guter Laune in den „I can fuck me on my own“ – Modus gewechselt, vom Sitz erhoben und dem Guide sowie dem „Waechter“ mit lauter Stimme – dass es auch die indischen Touristen hoeren – in angepissten Ton erklaert, dass sie nur zwei armselige „fools“ in India sind, und jeder Penner mit seinem Handy – dass die Inder fuer Fotos nutzen – auch ein Video drehen kann. Nachdem die indischen Touristen in meiner Sitzbank fuer mich Partei ergriffen musste auch der damlichste Guide und der daemlichste „Waechter“ nach 5 Minuten einsehen, dass ich mit dem Camcorder wohl Fotos schiessen wuerde, ohne 200 INR zu bezahlen. In diesem Moment war ebenfalls klar, dass der Guide ein Trinkgeld in Hoehe von 0 INR bekommen wuerde und ich fuer den Aerger ein Video drehen wuerde um ihn zu aergern, und wenn es nur von einem Stein waere!

Der eigentliche Park, den man nach einem weiteren Portal erreicht – bis hier ist der Eintritt frei und ohne Guide moeglich um das Fort und die Tempel zu besichtigen – ist wunderschoene Natur und wirklich ohne ein einziges Stueckchen Muell. Auch wimmelt der Park nur so vor Leben. Man kann verschiedene Rotwildarten, Affen, Voegel und Menschen sehen. Wenn man nicht gerade bei abgestelltem Motor das Droehnen eines Motors vernimmt, hoert man gar Vogelgezwitscher. Einen Baer konnten wir auch eine Sekunde beobachten, als er die Strasse ueberquerte. Leider schob sich direkt ein anderes Fahrzeug mit 20 gaffenden und knippsenden Touristen ins Bild. Einen Tiger sahen wir auch, abgelichtet auf einem Kartenspiel. Zugegeben ist der Nachmittag nicht die beste Zeit, und ein cantor mit 5 auslaendischen und 15 indischen (lauten) Touristen nicht die beste Umgebung, doch bezweifele ich die Zahl der dort lebenden angeblichen 40 Tiger hiermit offiziell. Laut Lonley Planet sind es 17, im Hotel sagte man 15. Definitiv ist aber eins klar. In dem Ranthambore National Park gibt es mehr Menschen als Rotwild zu sehen, das man sowieso besser in heimischen Waeldern beobachten kann. Auch ist klar, im Ranthambore National Park gibt es mehr gypsis und cantors als Baeren und Tiger zusammen. Wenn das eine wildlifer safari sein soll, dann bevorzuge ich den Zoo in Deutschland, denn da kann ich wenigstens definitiv einen Tiger sehen. Der Park ist mir zu touristisch und auch den beiden Spaniern und den zwei Neuseelaendern hat er gar nicht gefallen. Dazu war der Fahrer so schlecht (wahrscheinlich seine erste Faht mit einem Fahrzeug, das mehr als einen Gang hat), dass man ihn am liebsten raus geworfen und selber das Steuer uebernommen haette. Der Guide war einfach ueberfluessig. Keine Infos zum Park, keine Infos zu den Tieren, keine Infos zu den Pflanzen, aber dafuer zwei Jobs und eine hoehere Eintrittsgebuehr. Sehr aergerlich war auch, dass der Guide und auch der Fahrer scheinbar blind waren, denn wenn sich mal ein Tier (Affe, Rotwild, Vogel, Streifenhoernchen, etc.) zeigte, wurde weiter gefahren, ohne ein Foto zu ermoeglichen.

530 INR fuer eine Fahrt in einem lauten, ueberfuellten cantor fuer drei Stunden (eine halbe Stunde fuer Hin- und Rueckfahrt, eine halbe Stunde Verspaetung, zwei Stunden im eigentlichen Park) mit tausenden anderen laermenden Touristen und hunderten anderen laermenden Fahrzeugen, die zum Grossteil nur hintereinander her fahren, sich gegenseitig die Sicht versperren, kein Foto von dem Baer, kein Tiger – Ranthambore, ohne mich. Sowohl die beiden Spanier als auch ich beschlossen direkt nach dem verlassen des ersten Tors, keine weitere Safari in diesem „wildlife sanctuary“. Da es in Sawei Madhur nichts aber auch rein gar nichts zu sehen gibt bis auf den Ranthambore National Park, buchten wir unsere Zugtickets fuer den naechsten morgen (heute). Die beiden Neuseelaender hatten eines der teuren Ressort auf dem Weg zum Park gebucht und bezahlt und wuerden noch einen Tag laenger bleiben, aber ebenfalls ohne Safari.

Den Abend verbrachte ich mit den beiden Spaniern beim Kartenspiel, wobei sich die beiden die ganze Zeit – mal in Englisch mal in Spanisch – stritten. Der eine hatte Probleme mit Sodbrennen und seinem Magen, weshalb er das Abendessen „nicht scharf“ geordert hatte. Scheinbar waere er trotzdem fast gestorben, den er fand es hoellenscharf, waehrend wir beiden anderen es als laff befanden. Sein Freund meinte es waere nciht scharf und er fragt zurueck: „Meinst du ich luege? Das ist scharf!“ Es war wirklich schwer nicht lauthals los zu lachen, zu komisch! ūüėÄ Ein Abend, der den Tag gerettet hat. Am Morgen trennten sich unsere Wege jedoch wieder, die beiden reisen weiter anch Agra, ich nach Jaipur, wo die anderen auf mich warten…

Mount Abu

Oktober 29, 2009 Von: djmuh Kategorie: Staedte

So fuehrte uns unsere Reise nach Mount Abu, einer kleinen Stadt auf einem Berg in mitten von Rajasthan. Ehemals eine „Hillstation“ der Briten und damit Zufluchtsort in den heissen Monaten, ist Mount Abu auch heute noch ein schoenes Staedtchen, andem ich gerne laenger verweilt waere. Der See ist wirklich schoen und man glaubt es nicht, hier leben sogar Fische! Besonders von den Bergen aus, hat man einen schoenen Blick ueber das ganze Land. Die Serpentinenstrasse auf den Beerg nutzte unser Fahrer, um uns seine Kuenste als beschraenkter Rennfahrer zu demonstrieren. Aber zum dem Fahrer mehr im „von Udaipur bis Jaisalmer“ Artikel…

Das Hotel war sehr entspannt und wir trafen sehr viele andere Traveller, mit denen wir den Abend mit ein paar Bier verbrachtn, unteranderem einen Franzosen, der zu unser aller erstaunen mal Englisch sprach, zwei Paerchen und eine allein reisende Israelin. Leider musste ich mich an diesem Abend zum ersten mal in Indien¬†aufregen: Der Zigarettenpreis explodierte innerhalb von 20 Minuten, in denen ich eine Schachtel Malboro fuer 55 INR erwarb und fuer die zweite auf einmal 100 INR bezahlen sollte. „I am sorry, I am not the owner.“ “ Bullshit, before you weren’t the owner either“. Also keine Zigaretten, aber¬†zwei Inder mit Angst um ihr Leben und einer Menge lachender Traveller und einem stinksaueren djmuh. “ I¬†can fuck me on my own, I don“t need you!“ Am naechsten Morgen, kaufte ich beim owner eine Schachtel Malboro fuer 55 INR,¬†neben ihm standen zwei Inder und zogen eine stupide Fresse.

Am morgen besichtigten wir ein wildlife sanctuary in einer 4 oder 5 stuendigen Trekkingtour mit Guide. Hier leben bzw. sollen angeblich an die 170 Baeren leben. Gesehen haben wir leider keinen, aber die Landschaft war malerisch und meine Schuhe und Fuesse haben den Test fuer Nepal gut bestanden. Allerdings werde ich wohl dafuer aufhoeren muessen zu rauchen, den eine Dampflokomotive ist fuer die Berge definitv nicht geeignet. Somit stellt sich also in einem Monat die Frage, ob ich nicht trekke oder mein Gepaeck von einem Traeger tragen lasse, den ohne Dampf laeuft der beste Motor nicht. Jedenfalls wurden uns anstatt der Baeren zwei Krokodile gezeigt, die aus meiner Sicht aber noch nicht mal fuer eine Handtasche geeignet waeren. Fazit: Auf den Berg waere ich auch ohne Fuehrer gekommen, denn wenn man nach oben schaut kann man den Gipfel unmoeglich uebersehen. Ohne Fuehrer haette ich auch keine 10 Mann starke, laermende Gruppe dabei gehabt und ohne Fuehrer haette ich somit vielleicht einen Baeren gesehen, zumindest aber haette ich ohne Fuehrer 300 INR mehr in meiner Tasche. Ein Fuehrer ist nichts anderes als ein normaler Guide, der ein paar Kroeten verdienen moechte, aber genauso ueberfluessig ist, wie der Muell und die Babykrokodile im See. Wer nun meint, alleine waere es zu gefaehrlich gewesen einem Baer zu begegnen, den muss ich dann fragen, haette der Fuehrer den Baer mit seinem Fernglas erschlagen?

Mount Abu ist ein erholsames Fleckchen in dem sich ein laengerer Aufenthalt lohnt!