Fernweh

Indien und Himalaya
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Intermezzo – Der Flug

Oktober 03, 2009 Von: djmuh Kategorie: Allgemein

Der Flug als Beginn der Reise soll nicht unerwaehnt bleiben, da ich doch hier die ersten Kontakte knuepfen durfte…

In der Klasse World Traveller bei British Airways ist die Beinfreiheit ausgesprochen gut, wenn man die angezogenen Knie unter dem Kinn als gut bezeichnen moechte. Da alle Fensterplaetze schon belegt waren, war ich froh wenigstens einen Gangplatz in der mittleren von drei Sitzreihen a drei Sitzen ergattert zu haben.

Rechts auf der anderen des Ganges sass Ioen (gesprochen Owen), aber dazu spaeter mehr. Denn links sass ein Inder, der mir den Abend und die Nacht vertreiben sollte. Nachdem an Schlaf aufgrund seiner immer neuen Fragen nicht mehr zu denken war – obwohl ich den mp3 player schon im Ohr hatte und schlafen wollte – entschied ich mich… wozu? Richtig, ich entschloss mich dazu einen Scotch zu trinken. Fuer meinen indischen Sitzbachbarn (ca. 50 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, 3 Monate arbeiten auf einer englischen Bohrinsel, 2 Monate Urlaub bei der Familie in Indien) war das der Startschuss. Da alle Getraenke umsonst waren, konnte ich mich natuerlich auch nicht lumpen lassen und trank mit, einen nach dem anderen. Einen, und noch einen, und noch einen, und noch einen, und das war es auch schon. Der Daniel hatte 4 Scotch in Kuemmerlinggroesse getrunken und gerade ueberlegt, entgegen seinen guten Vorsaetzen, auf dem Flug doch ein paar mehr zu trinken, da hatte mein Freund schon 4 Scotch in Kuemmerlingroesse getrunken und war sternhagel voll.

Gar nicht lustig. Denn jetzt kam das Essen. Die Haelfte seiner Portion landete auf seinem Hemd, ein Viertel ass er und das restliche Viertel war fuer mich, den Boden und seinen linken Sitznachbarn. Uebersaettigt und meines Trinkpartners beraubt dachte ich nun abermals an Schlaf. Doch mein Freund liess mich wiederum nicht schlafen. Zwar verwickelte er mich dieses Mal nicht in ein Gespraech, dafuer packte er nun die Motorsaege aus und benutzte meine Schuler als Kopfkissen. Never mind, es sind ja nur noch 6 Stunden…

Die Klimaanlage war voll aufgedreht, es zog und war sehr ungemuetlich, weshalb ich kein Auge zu bekommen habe. Ausserdem war ich mehr oder weniger die ganze Nacht mit meinem ersten indischen Freund beschaeftigt. Deshalb lernte ich Ioen erst am naechsten Morgen kurz vor der Landung kennen. Ioen ist cool drauf, kommt aus Irland, ist 24 Jahre alt und macht gerade ein Jahr lang eine Weltreise, wobei Indien sein erster Stop ist. Im Gegensatz zu mir, hatte Ioen natuerlich schon ein Hotel gebucht. Also hab ich mich von seinem Abholservice einfach mitnehmen lassen und habe jetzt auch ein Hotel. ­čÖé